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Erdbestattungen / Beerdigungen

Traditionelle Bestattungsart im Sarg auf einem Friedhof

Bei einer Erdbestattung wird der Sarg mit Leichnam auf einem Friedhof in einem Grab beigesetzt. Das Grab erhält in der Regel einen Grabstein oder ein Kreuz, auf dem der Name des Verstorbenen und seine Lebensdaten stehen. Die Grabstätte befindet sich gewöhnlich dort, wo der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte oder am Wohnort der Hinterbliebenen.

Die Erdbestattung / Beerdigung ist die traditionelle Bestattungsform in Mitteleuropa und stellt etwa 60 Prozent aller Beisetzungen in Deutschland dar.

Erdbestattung Kosten Beerdigung

Eine einfache Beerdigung (Erdbestattung) kostet 7.000 - 8.000 Euro im Durchschnitt, ohne spätere Grabpflege (ca. 350 EUR pro Jahr) und ohne Grabstein (ca. 5.000 EUR). Je nach Bestattungsort (Friedhof), Grabart (Wahlgrab / Reihengrab) und Umfang der erbrachten Bestatter Leistungen kann die Preisspanne für Beerdigungskosten jedoch sehr hoch sein. Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, schätzt die üblichen Mindestkosten einer Beerdigung auf 3.450 Euro und übliche Höchstkosten auf 35.900Euro (Stand 2017).

Erdbestattung Grabarten - Erdgräber:

Erdgräber (Sarg Grab) werden normalerweise als Wahlgrab oder Reihengrab angeboten. Beim sogenannten „Grabkauf“ erwirbt man sich das Nutzungsrecht für einen bestimmten Zeitraum. Meist 20 – 30 Jahre.

Erdwahlgrab

Ein Erdwahlgrab kostet fast immer mehr als ein Reihengrab. Angehörige haben hier normalerweise die Möglichkeit eine Lage auf dem Friedhof selbst auszuwählen. Zudem unterliegen Wahlgräber nicht der strengen Liegezeitregelungen von Reihengräbern und das Nutzungsrecht kann im Normalfall verlängert werden. Je nach Größe des Wahlgrabs, können meist mehrere Verstorbene zeitlich versetzt beigesetz werden (Familiengrab). Oft ist es auch möglich Urnen zu einem späteren Zeitpunkt zusätzlich in Erdwahlgräbern zu bestatten. In der Regel können Wahlgräber länger genutzt werden (erste Ruhefrist 25 bis 40 Jahre).

Grabnutzungsgebühr: Erdwahlgrab Kosten

Die Grabnutzungsgebühr für ein Erdwahlgrab kostet 2.300 Euro im Durchschnitt. Je nach Friedhofsträger können die Grabnutzungskosten für ein Erdwahlgrab jedoch irgendwo zwischen 500 Euro Mindestkosten und 3.500 Euro Höchstkosten liegen. Hinzu kommen weitere Friedhofsgebühren für die Beisetzung sowie Trauerhallen Nutzung. Je nach Friedhof, kostet ein Erdwahlgrab zwischen 1.000 - 5.600 EUR Gesamtkosten.

Erdreihengrab

Ein Erdreihengrab ist das Mindestangebot, das ein Friedhof anbieten muss. Die Lage des Grabes wird vom Friedhofsträger vorgegeben. In der Regel werden die nebeneinanderliegenden Grabstellen der Reihe nach belegt. Angehörige haben hier keine Möglichkeit Grabstellen zu reservieren oder überspringen zu lassen. Die Größe eines Reihengrabs ist üblicherweise 1x2 Meter und eignet sich ausschließlich für nur einen Verstorbenen. Erdreihengräber sind demnach meistens günstiger als Wahlgräber. Sie werden nach Ablauf der Ruhedauer neu belegt. Eine Verlängerung der Liegezeit ist in der Regel nicht möglich. Die Ruhefrist richtet sich nach den örtlichen Bodenverhältnissen.

Grabnutzungsgebühr: Erdreihengrab Kosten

Die Grabnutzungsgebühr für ein Erdreihengrab kostet 1.700 Euro im Durchschnitt. Je nach Friedhofsträger können die Grabnutzungskosten für ein Erdreihengrab irgendwo zwischen 800 Euro Mindestkosten und 2.600 Euro Höchstkosten liegen.

Beerdigung Ablauf Erdbestattung

Gesetzlich ist in allen Bundesländer vorgeschrieben, dass eine Beerdigung in Deutschland nur auf einem Friedhof durchgeführt werden darf. Ebenso vorgeschrieben ist die Bestattungsfrist - maximal vier Tage dürfen verstreichen, bevor ein Verstorbener bei einer Erdbestattung im Sarg beigesetzt werden muss.

In der Regel folgt die Beerdigung auch einem gewissen Ablauf. Am Tag der Bestattung, besteht der traditionelle Ablauf einer Erdbestattung (Sarg Beisetzung) aus eine Trauerfeier, Grablege, Beileidsbekundung und abschließend einen Leichenschmaus. Auf dem Friedhof, dauert die Bestattungszeremonie einer Erdbestattung etwa 45 Minuten bis 1 Stunde.

1. Beerdigung Ablauf - Trauerfeier

Bei einer Beerdigung findet die Trauerfeier meist in einer Friedhofskapelle, Aussegnungshalle, Trauerhalle oder Kirche statt, gewöhnlich im gleichen Ort auf dem der Verstorbene beigesetzt wird. Die Trauergemeinde findet sich rechtzeitig (ca. 20 Minuten) vor Beginn der vereinbarten Uhrzeit im Schaugang der Aufbahrung oder vor der Friedhofskapelle zusammen.

Hier besteht je nach Wunsch die Wahl, ob die Aufbahrung geschlossen oder offen sein soll. Vor Beginn der Trauerfeier, haben Hinterbliebenen die Möglichkeit sich ein letztes Mal persönlich am Sarg des Verstorbenen zu verabschieden. Beim Abschiednehmen am offenen Sarg ist zur Herrichtung des Leichnams, ein erfahrener Thanatopraktiker erforderlich, der eine ästhetisch und hygienisch einwandfreie Aufbahrung gewährleistet. Bei der Erdbestattung kann der Verstorbene seine eigene Kleidung tragen.

Pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit beginnt dann die Trauerfeier in der Friedhofskapelle oder den entsprechenden Räumlichkeiten. Hier besteht nun die Möglichkeit, die Trauerfeier gemäß den Bestattungswünschen des Verstorbenen frei zu gestalten. So kann z.B. die Trauerhalle und der Sarg vom Bestattungsinstitut geschmückt werden oder das Schmücken von den Angehörigen selbst übernommen werden. Üblicherweise wird auch im Vorfeld mit dem Bestatter vereinbart, ob ein religiöser oder weltlicher Trauerredner bevorzugt wird oder ob zusätzlich spezielle musikalische Darbietungen, Reden und religiöse Handlungen stattfinden sollen.

2. Beerdigung Ablauf - Grablege

Als Grablege bezeichnet man das Segnen und Herablassen des Sarges in ein Erdgrab. Dies beinhaltet nach der Trauerfeier, den Trauerzug der Trauergemeinde. Hier folgen Sie dem Sarg und den Sargträgern zur Grabstätte, in welcher der Verstorbene beigesetzt wird.

Nach dem Segnen des Sarges, wird der Sarg in das Grab gesenkt. Anwesende Trauergäste können dann am offenen Grab nochmals von dem Toten Abschied nehmen. Oft wird mit einer kleinen Schaufel oder der Hand etwas Erde in das Grab geworfen. Je nach Regelungen des Friedhofs, dürfen auch einzelne Blumen / Rosen, Blütenblätter, ein Strauß oder sogar kleine Erinnerungsstücke in das offene Grab geworfen werden.

Noch an der offenen Grabstätte, besteht dann für die Trauergemeinde unbegrenzt Zeit, sich in aller Ruhe mit Grabreden, religiösen Handlungen, Musikdarbietungen oder in stiller Andacht vom Verstorbenen Abschied zu nehmen.

3. Beerdigung Ablauf - Beileidsbekundung (Kondolenz)

Im Anschluss der Grablege, sprechen die Trauergäste den Hinterbliebenen ihr Beileid aus. Die Beileidsbekundungen sind für Trauergäste sowohl Hinterbliebene oft eine besonders emotionale Situation.

Je nach persönliche Verfassung, können nächste Angehörige sich neben das Grab stellen, um so zu signalisieren, dass Sie bereit sind Beileidsbekundungen zu empfangen oder sich etwas Abseits des Grabes stellen, falls keine Kondolenz erwünscht ist. Diesen Wunsch, ob Beileidsbekundungen erwünscht sind, kann man auch im Vorfeld in der Traueranzeige oder den Trauerkarten vermitteln.

Auch den Trauergästen kann es schwer fallen, bei der Kondolenz den Hinterbliebenen ihr Beileid auszudrücken. Oftmals kann man die eigene Trauer und Anteilnahme nicht in Worte fassen. Es ist daher üblich, bei der Beileidsbekundung, einfach ein Händedruck oder eine stille Umarmung zu geben. Es besteht auch die Möglichkeit den Angehörigen, am Tag der Beerdigung, Kondolenzschreiben und Trauerkarten zu überreichen.

Nach der Kondolenz, verlässt die Trauergemeinde allmählich das Grab. Im Anschluss darauf, wird das Grab geschlossen, ein provisorischer Grabhügel angelegt und die Kränze sowie der Blumenschmuck darauf angebracht. Oft wird auch unmittelbar nach der Beerdigung ein Grabkreuz aus Holz mit Gravur (Name & Lebensdaten) auf das Grab gestellt. Das Grabkreuz bleibt jedoch nur temporär (6 - 12 Monate), bis sich der Grund genug gefestigt hat. Dies ist die Voraussetzung für eine permanente Grabgestaltung, damit eine Grabplatte bzw. Grabstein gesetzt werden kann, ohne dass diese absacken können.

4. Beerdigung Ablauf - Leichenschmaus

Der Leichenschmaus (auch Beerdigungskaffee, Trauerkaffee, oder Trauerbrot) ist ein zwangloses Zusammentreffen und gemeinschaftliches Speisen der Trauergäste, im Anschluss an einer Trauerfeier und Beisetzung. Die Angehörigen laden hierzu in der Regel die Familie sowie enge Freunde des Verstorbenen ein. Ohne explizite Einladung ist eine Teilnahme gewöhnlich nicht erlaubt. Die geschlossene Gesellschaft bietet der Familie einen Schutzraum, auch finanziell.

Nach Ablauf der Bestattungszeremonie auf dem Friedhof, findet sich die Trauergemeinde (im kleineren Rahmen) gewöhnlich in einem Restaurant oder Café zusammen. Nach Wunsch kann das Trauermahl aber auch in den eigenen Räumen der Angehörigen stattfinden. Im Mittelpunkt bei dem Zusammentreffen steht nicht so sehr das Mahl, sondern vielmehr das Miteinander.

Bei Kaffee und Kuchen (oder auch belegte Brote, einfache Suppen, usw.), tauschen sich Familie und enge Freunde über gemeinsame Erinnerungen an den Verstorbenen aus. Diese Tradition wird in Deutschland auch als Totenmahl, Leichenmahl, Leidessen, Leichentrunk und Kremess bezeichnet. Sie ist ein besonders wichtiger Helfer für die Trauerbewältigung.

Durch das Erzählen von Geschichten und Anekdoten werden positive Erinnerungen an den Verstorbenen aufgefrischt. Man fühlt sich dann in der Trauer nicht mehr alleine, sondern findet Kraft als Teil der Gemeinschaft. Oft entsteht durch den Austausch auch eine gewisse Heiterkeit, die helfen kann Emotionen abzubauen und mit der Trauerarbeit zu beginnen.

Das Beerdigungskaffee hilft also, Abstand vom traurigen Anlass zu gewinnen und wieder etwas Normalität ins Leben zu bekommen. Die emotional anstrengenden Stunden und Tage vor der Beerdigung, sowie die dringendsten organisatorischen Pflichten, sind überstanden. Im Gedenken an den Toten, wird in gelockerter Atmosphäre auch mal wieder gelacht, und gemeinsam geht man erste Schritte zurück in den Alltag.