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Sterbefall Begriffserklärungen

Tod & Sterben werden in unserer modernen Gesellschaft oft vom Alltag verdrängt. Meist erst wenn ein Familienmitglied oder ein Freund stirbt, wird man mit der Frage konfrontiert:

Wie geht man mit dem Tod um?

Es ist daher verständlich, wenn Begriffe wie Totenschein, Sterbeurkunde, oder Leichenschau uns teilweise unbekannt sind. Die folgende Liste erklärt Ihnen die gängigsten Begriffe von A bis Z, die Sie bei einem Sterbefall benötigen könnten:

Aufbahrung

Unter Aufbahrung versteht man das offene Aufstellen eines Verstorbenen in privaten oder öffentlichen Räumlichkeiten vor der Beerdigung.

In Deutschland, je nach Bundesland, besteht meist die Möglichkeit, solange keine meldepflichtige Krankheit bestand, den Verstorbenen bis zu 24 bzw. 36 Stunden nach Eintritt des Todes, ohne besondere behördliche Genehmigung im Sterbehaus aufzubahren. Dieser Zeitraum kann auch mit Einwilligung des Ordnungsamts verlängert werden.

Eine Aufbahrung in der Leichenhalle auf dem Friedhof oder in den Räumlichkeiten des Bestattungsinstitutes ist heutzutage üblicher. Auch Heime und Kliniken verfügen meist über Abschiedszimmer, in denen Angehörige bei dem Verstorbenen Totenwach halten können.

Baumbestattung

Die Baumbestattung ist die gängigste Form einer Naturbestattungen und setzt eine Einäscherung voraus. Bei dieser Bestattungsart wird die Asche des Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes zur letzten Ruhe gebettet. Grabmal, Grabplatten, Grabgestaltung und Blumenschmuck sind nicht erlaubt. Bei der Beisetzung unter Bäumen kann zwischen anonyme Bestattung oder Namensnennung (gewöhnlich in Form einer kleinen Plakette an Baumstamm oder über ein zentrales Denkmal) gewählt werden.

Gegenwärtig gibt es etwa 100 Orte in Deutschland, wo man eine Baumbestattung möglich ist. Die Anbieter sind einige Kommunen (Friedpark, Friedhain, Urnenhain, usw.) und private Unternehmen (Friedwald, Ruheforst, Trauerwald)

mehr Info unter Bestattungsarten - Baumbestattungen Kosten

Bestattungsarten – Erd-oder Feuerbestattung?

Je nach persönlichen Vorstellungen und Wünschen werden heutzutage eine Vielzahl verschiedener Beisetzungs- und Grabarten angeboten. Grundsätzlich jedoch zu allen Bestattungsmöglichkeiten, ist die Entscheidung für eine der beiden Bestattungsformen: die traditionelle Erdbestattung oder eine Feuerbestattung? Anders ausgedrückt lautet die Frage: Körperbeisetzung oder Aschebeisetzung? Alle alternativen Bestattungsarten setzen eine Feuerbestattung (Einäscherung) voraus.

Wichtiger Hinweis! Anders als bei einer Erdbestattung, bedarf die Feuerbestattung einer schriftlichen Willenserklärung des Toten oder seines nächsten Angehörigen. Es ist daher ratsam, eine handgeschriebene Willenserklärung vorsorglich aufzusetzen, sollte eine Feuerbestattung erwünscht sein. Der Wortlaut kann schlicht folgernder sein: „Ich wünsche, nach meinem Tode eingeäschert zu werden“. Darunter müssen das Datum und die Unterschrift mit vollem Vor- und Nachnamen stehen.

Unter alternative Bestattungsformen versteht man unter anderem: Seebestattung, Baumbestattung, Diamantbestattung, Luftbestattung, und Weltraumbestattung.

Bestattungspflicht

In Deutschland gelten die Bestattungspflicht und der Friedhofszwang. Die Bestattungspflicht verlangt, dass Särge und Urnen auf jeden Fall beigesetzt werden müssen.

Bestattungsfristen - Beerdigung nach wieviel tagen?

In Deutschland müssen Verstorbene innerhalb einer bestimmten Frist ordnungsgemäß bestattet (im Sarg beerdigt oder eingeäschert) werden. Diese Frist nennt man Bestattungsfrist. Die Bestattungsfristen bestehen meist aus Mindest- und Maximalfristen für die vielseitigen Aufgaben, die nach einem Todesfall zu tätigen sind.

So gilt für fast alle Bundesländer die Mindestfrist von frühestens 48 Stunden nach dem Eintritt des Todes, bevor bestattet werden darf, um u.a. jede Möglichkeit eines Scheintodes auszuschliessen, sowie bei nachträglich aufgetauchte Verdachsmomente (z.B. Anzeichen für eine nicht natürliche Todesursache), genügend Zeit zu haben, eine Obduktion bzw. Spurensicherung durchzuführen.

Maximalfristen gelten z.B. bei der Überführung in einer Leichenhalle oder gekühlten Raum beim Bestatter. Die Überführung muss je nach Bundesland meist innerhalb 36 Stunden (in wenigen Bundesländern 24 bzw. 48 Stunden) nach Eintritt bzw. Feststellung des Todes erfolgen. Die Maximalfristen für Erdbestattung oder Einäscherung ist zwischen vier Tagen (ohne Sonntage und Feiertage) bis hin zu zehn Tagen. Nach der Einäscherung bzw. Kremierung ist die Totenasche meist innerhalb von sechs Wochen beizusetzen.

Die örtliche Ordnungsbehörde kann auf Antrag von Hinterbliebenen oder deren Beauftragten (Bestattungsunternehmen) sowie im öffentlichen Interesse diese Fristen verlängern bzw. verkürzen. Verkürzen beispielsweise, wenn religiöse Bestattungsfristen (Muslime möglichst innerhalb von 24 Stunden) eingehalten werden sollen. Verlängert, wenn sich die Trauerfeier nicht so schnell organisieren lässt bzw. die Trauergäste von weit her anreisen müssen.

Friedhofszwang

In Deutschland besteht Friedhofszwang und Bestattungspflicht für Särge und Urnen. Der Friedhofszwang bedeutet, dass der Leichnam oder die Asche - mit Ausnahme der Seebestattung - auf Friedhöfen bestattet werden müssen. Rechtlich als Friedhöfe gelten auch Bestattungswälder, in denen Baumbestattungen durchgeführt werden.

Ausnahmefällen bestehen z.B. für Personen aus Adelsgeschlechtern oder Klöstern, die auf privaten Bestattungsplätzen oder in Kirchen bestattet werden können.

Eine Urne bei sich zuhause aufzubewahren, wie in vielen Ländern üblich, ist in Deutschland gesetzlich nicht gestattet. Jedoch gibt es Möglichkeiten den Friedhofszwang in diesem Fall zu umgehen. Detaillierte Anweisung, wie man den Friedhofszwang für Urnen umgehen kann, finden Sie auf: www.postmortal.de. Siehe auch Urnenübergabe zur freien Verfügung für EU-Bürger unter Naturbestattungen Schweiz.

Leichenschau

Die Leichenschau ist die Untersuchung der sterblichen Überreste eines Menschen zur Feststellung des Todes und zur Bestimmung der Ursachen und näheren Umstände eines Todes. Bei jedem Todesfall muss die Leichenschau sobald wie möglich durchgeführt werden. Jeder niedergelassene Arzt kann dazu verpflichtet werden – meist wird jedoch der Hausarzt des Verstorbenen bei gerufen. Der Arzt muss den unbekleideten Körper gründlich untersuchen und die sicheren Zeichen des Todes feststellen. Der Arzt bescheinigt dann den Tod durch das Ausstellen des Totenscheins.

Eine zweite Leichenschau (Kremationsleichenschau, amtsärztliche Leichenschau) ist gesetzlich vor einer Feuerbestattung (Kremation, Kremierung, Einäscherung, Leichenverbrennung) vorgeschrieben.

Totenschein

Der Totenschein, auch Todesbescheinigung oder Leichenschauschein (L-Schein) ist eine öffentliche Urkunde, welches nach der Leichenschau von einem Arzt ausgestellt wird. Die Todesbescheinigung ist Voraussetzung für die Überführung der Leiche in die Leichenhalle und die Bestattung. Im Totenschein wird festgehalten: Personalien, Zeit und Ort des Todesfalls. Todesursache und Todesart werden nach Möglichkeit auch angegeben. Besteht Zweifel an einen natürlichen Tod (nicht-natürlichen Tod), wird die Polizei benachrichtigt und der Staatsanwalt eingeschaltet. Eine Bestattung ist in diesem Fall erst nach Genehmigung der Staatsanwaltschaft möglich.

Weltraumbestattung

Bei der Weltraumbestattung wird ein kleiner Teil (meist 1 - 7 Gramm) der kremierten Asche des Verstorbenen in den Weltraum getragen wird. Für die Weltraumbestattung ist eine Feuerbestattung (Einäscherung / Kremation) zuvor notwendig.

mehr Info unter Bestattungsarten: Weltraumbestattung Kosten

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Darf man die Urne mit nach Hause nehmen?

Es gibt Angehörige, die möchten nach der Einäscherung des Verstorbenen die Urne samt Asche bei sich zu Hause haben, um sie im Wohnzimmer aufzustellen, wie man es manchmal in amerikanischen Filmen beobachten kann. Häufig wollen auch die Erben selbst entscheiden, was mit der Asche geschehen soll. Wir klären die Frage, ob man in Deutschland eine Urne selbst transportieren darf.